Kultur Mildenburg Deutsch

DIE MILDENBURG


Ende 12. Jh. Zur Sicherung ihrer Machtposition und einer Zollstelle am südwestlichen Mainviereck lassen die Erzbischöfe von Mainz über der Mainschleife eine Burg anlegen.
Erbauung des „Östlichen Gebäudes", Vorläufer der späteren Kemenate, der Ringmauer, und einiger Wirtschaftsgebäude im Südteil.
Folgende Mainzer Erzbischöfe (Eb) kommen als Bauherren in Frage: Konrad von Wittelsbach (1161 - 1165 und 1183 - 1200); Christian von Buch (1165 - 1183); Siegfried von Eppstein (1200 - 1235).
Um 1200 Bergfried
1226, 18. Febr. Erste urkundl. Erwähnung der Burg. Sie ist der Amtssitz des adeligen Mainzer Burggrafen (n. 1541 Amtmann) als Vertreter des Landesherrn im Amt Miltenberg.
Um 1400 Entstehung des Palas wohl unter Eb. Konrad von Weinsberg (1390 - 1396).
Vor 1500 Zerstörung des östlichen Gebäudes durch Brand.
Um 1500 Neubau der Kemenate unter Eb. Berthold von Henne-
berg (1484 - 1504) (Wappen am Gebäude).
1525, Mai Bauernkrieg: Götz von Berlichingen und der Neckar-Odenwälder Haufen auf der Mildenburg.
1552 Eroberung und teilweise Zerstörung durch den Grafen von Oldenburg im Krieg des Markgrafen Albrecht Alcibiades gegen die „Mainbistümer".
1566-1568 Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten v. a. an der Kemenate unter Eb. Daniel Brendel von Homburg (1555 -1582) und Neubau der „grossen steinernen Schnecke"
(= Treppenturm).
1618-1648 Die Stadt und die Mildenburg erleiden große Schäden im Dreißigjährigen Krieg.
1620/21 „...das Amthauß...wüst und bawfellig..." wird wieder zur „adelichen Bewohnung" hergerichtet.
1631/1634 Schwedische Besatzung.
1643 Umfangreiche Schäden durch die hessische Besatzung.
1645/46
und
1648/49
Beseitigung von Kriegsschäden.
1691-1693 Großer Umbau zur Oberamtswohnung durch den Mainzer Hofbaumeister.
1730 Umzug des Amtmanns in die Stadt unterhalb der Burg. Die Mildenburg verliert damit ihre eigentliche Bedeutung und dient fortan nur noch als Wohnhaus mainzischer Bediensteter, z.B. Förster.
1737 ff. Abbruch des Kemenatengebäudes. Kurmainz läßt große Teile der Burg bewußt verfallen oder sogar als „Steinbruch" nutzen.
1803 Durch den Reichsdeputationshauptschluß wird der Fürst v. Leiningen als Rechtsnachfolger des Mainzer Erzbischofs im Miltenberger Raum Besitzer der Mildenburg.
1808 Verkauf der Burg an den Konsistorialrat Carl Gottlieb Horstig. Er ist der erste Privatbesitzer der Burg. Der bayerische König Ludwig I. weilt zweimal als Gast bei der Familie Horstig.
1856 Die Erben Horstigs verkaufen die Burg an den Magdeburger Kaufmann Carl Wilhelm Zimmermann.
1858 Verkauf der Burg an den herzoglich-nassauischen Archivar Friedrich Gustav Habel aus Schierstein. Er bringt seine bedeutende Kunst- und Archivaliensammlung im Palas unter und baut sich eine Wohnung im ruinösen Kemenatenbereich.
1867 Der Neffe Habels, Kreisrichter Wilhelm Conrady aus Rüdesheim, erbt Burg und Sammlung und erweitert den Wohntrakt Habels. Conrady gehört zu den Pionieren der Limesforschung und fand 1878 den geheimnisvollen Toutonenstein, den er im Burghof aufstellen ließ (heute im Museum am Marktplatz).
1904 Nach Conradys Tod wird seine berühmte Privatsammlung in München versteigert.
1908 Kauf der Burg durch die Familie von Normann-Loshausen.
Umfangreiche Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen der Innenräume im Stil des Historismus und Anlage des Burghofes im Sinne der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts unter Verwendung der verbliebenen historischen Denkmäler aus der Sammlung Conrady.
1943-1979 Die Mildenburg im Besitz der Normann-Loshausenschen Erben: Familie Bock von Wülfingen. Letzte Privatbesitzerin war Annunziata Edle von Oetinger.
1979 Die Stadt Miltenberg erwirbt die Mildenburg.
bis 1993 Befunduntersuchungen und statische Sanierungsarbeiten.


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